Montag, 16. November 2026, 17:00
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»mit dem Tod zu versöhnen das Leben!« Grabmal und Totengedenken im hochmittelalterlichen Sachsen
Referent: Christian Schuffels (wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e. V., Dresden)
Die Sterbenden zu begleiten und der Toten zu gedenken, ist Ausdruck zutiefst menschlicher Empathie. Vielen ist dies aktuell durch Pandemie und Krieg wieder verstärkt zu Bewusstsein gekommen. Angesichts der Zumutungen des natürlichen und mehr noch des gewaltsamen Todes richtet sich an den Historiker die Frage nach der Einstellung zum Sterben in früheren Epochen. Der Blick auf das Mittelalter vermag der modernen Erfahrung von der trostlosen Einsamkeit des Sterbenden schärfere Kontur zu verleihen und kontrastierende Facetten abzugewinnen. Der Vortrag wählt dazu den besonders aussagekräftigen Blick auf die figürlichen Grabmäler des hohen Mittelalters, also aus der Zeit von 1080 bis 1250. Prominentes Beispiel aus Mitteldeutschland ist die Tumba für den Gegenkönig Rudolf von Schwaben im Merseburger Dom, das älteste erhaltene Grabbild eines deutschen Monarchen. Im Gebiet des heutigen Freistaates Sachsen führen die Spuren nach Döben und Trebsen sowie über die Grablege der Wettiner im Zisterzienserkloster Altzelle bis zu den regionalen Höhepunkten der Sepulkralskulptur in Wechselburg und Pegau. Zuweilen können sogar Schriftquellen über die Organisation des Totengedenkens auf die Grabmonumente bezogen werden. Berücksichtigt werden außerdem erzählfreudige Werke aus dem hochmittelalterlichen Herzogtum Sachsen westlich des Harzes.
Eine Veranstaltung der ehrenamtlichen Arbeitsgruppe Döbelner Heimatfreunde am Stadtarchiv
Ort : Großer Sitzungssaal, Rathaus, Obermarkt 1, 04720 Döbeln