Die Veranstaltung beginnt um 13:00 Uhr im Café Courage mit einem Impuls der AG Geschichte. Es geht darum, warum regionale Geschichte gerade für die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus so wichtig ist und welche Spuren sich in der eigenen Familie oder in der Region entdecken lassen. Außerdem gibt es eine Einführung, wie man Familiengeschichte und Regionalgeschichte erforschen kann und historische Quellen vor Ort nutzbar gemacht werden können.
Ab 14:00 Uhr startet der historische Rundgang „Niemand kam zurück“. Jüdische Familien siedelten sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts und im frühen 20. Jahrhundert in der Muldestadt an und prägten das wirtschaftliche, kulturelle und soziale Leben der Stadt. Mit dem Machtantritt der Nationalsozialist*innen 1933 begann auch in Döbeln Verfolgung, Ausgrenzung, Demütigung und Entrechtung der jüdischen Bevölkerung. Viele wurden namentlich in der Lokalzeitung diffamiert, ihre Geschäfte boykottiert. Zahlreiche Menschen flohen, andere wurden später in Konzentrations- oder Todeslagern ermordet, nur wenigen gelang die Emigration.
Im Fokus wird die Familiengeschichte von Isay Rottenberg vorgestellt, niederländisch-jüdischer Unternehmer der Deutschen Zigarrenwerke, der 1935 enteignet und inhaftiert wurde und später in der Schweiz den Holocaust überlebte. Der Rundgang führt zu zentralen historischen Orten. Das Rathaus mit dem kleinen Sitzungssaal, in dem die Konflikte zwischen Rottenberg, der Stadtverwaltung und der NSDAP minutiös protokolliert sind, sowie die ehemalige Fabrik der Deutschen Zigarrenwerke. Ergänzt wird der Rundgang durch weitere Biografien und Schicksale ehemaliger Döbelner Jüdinnen und Juden. So wird das jüdische Leben in Döbeln von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die NS-Zeit erfahrbar, und die Erinnerung an die Menschen wird lebendig gehalten.
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
Anmeldung:
Sophie Spitzner & Stephan Conrad
Mail:
Fon: +49 (0) 3431 / 60 52 973
(Quelle: www.treibhaus-doebeln.de)
Veranstalter: Treibhaus e. V. Döbeln



