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Treibhaus liest: "Schatzräuber – Die Suche der Stasi nach dem Gold der Nazis" mit dem Autor und Journalisten Andreas Förster

Freitag, 15. Dezember 2017, 19:00

Die vierte und letzte Lesung der Reihe “Treibhaus liest:” steht an. Dieses Mal wird der Journalist Andreas Förster mit einem Vortrag über Gottfried Reimer und einer Lesung zum Buch "Schatzräuber – Die Suche der Stasi nach dem Gold der Nazis" begrüßt.

Vortrag: Gottfried Reimer

Bis 1992 lebte in einer heruntergekommenen Villa mitten in Döbeln ein alter Mann völlig zurückgezogen inmitten einer millionenschweren Kunstsammlung. Der verwahrloste Greis, den kaum einmal jemand zu Gesicht bekam, war Gottfried Reimer. Reimer, 1911 in Döbeln geboren, war ab 1941 Referent im sogenannten “Sonderauftrag Linz”, hinter dem sich das von Adolf Hitler geplante und mit Raubkunst ausgestattete “Führermuseum der Weltkunst” verbarg. Ab 1943 leitete er die Verlagerung der Kunstwerke des nie fertiggestellten Führermuseums in einen Salzbergstollen bei Bad Aussee. Noch vor Kriegsende kehrte er in sein Elternhaus in Döbeln zurück, das mit wertvollen Büchern und Gemälden vollgestopft war. Der DDR-Staatsicherheitsdienst hielt bis zur Wende seine schützende Hand über Reimer und dessen sagenumwobene Kunstsammlung. Nach Reimers Tod 1992 teilten die Erben die Hinterlassenschaft klammheimlich unter sich auf und verkauften Teile der Sammlung für Millionen von D-Mark. Bis heute weiß niemand, ob sich darunter auch Kunstwerke befanden, die von den Nazis geraubt wurden.

Lesung: Schatzjäger – Die Suche der Stasi nach dem Gold der Nazizeit

An einem Januarwochenende 1962 wurden in der ganzen DDR seit Kriegsende verschlossene Firmensafes, Tresore und Bankschließfächer aufgebrochen und ausgeräumt. Für die geraubten Schmuck- und Wertgegenstände, Kunstgüter, Sammlungen und Wertpapiere erzielte die Stasi im Westen mehreren Millionen D-Mark. Diese »Aktion Licht« war der Beginn eines organisierten Raubes von fremdem Eigentum, der bis zum Ende der DDR anhielt. Auch das Erbe vieler Holocaustopfer mußte dazu herhalten, den Devisenmangel der ineffizienten Planwirtschaft auszugleichen. In der Folgezeit wurden Bergwerksstollen und Schloßkeller durchstöbert, Seen abgesucht, Rittergüter umgepflügt, Archive und Museumsdepots geplündert.
Andreas Förster hat die unbekannte Geschichte der Stasi-Schatzräuber recherchiert und dokumentiert erstmalig die als »streng geheim« eingestuften Aktionen. Er stellt zugleich die Frage, warum die Bundesrepublik seit der deutschen Vereinigung so wenig unternommen hat, um diese Vorgänge aufzuklären.

Einlass: 18:30 Uhr

Eintritt: 3 – 5 €

Veranstalter: Treibhaus e. V. Döbeln

Veranstaltungsort* : Café Courage Döbeln, Bahnhofstraße 56

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